Logo BUND
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Landesverband Hessen e. V.
Ortsverband Butzbach
Home
Mobilität Obstwiese Apfelfest Gewässer Dokumente Biodiversität
Energie Mitmachen Links

Termine
BUND - Ortsverband Butzbach
ACHTUNG:
Die JHV wurde wegen der Regelungen zur Pandemie auf einen späteren Zeitung verschoben!


08.04.2021, 19:30 Uhr
Monatstreffen März
Das Treffen findet als Video-Konferenz statt. Der Link wird ca. 15-30 Minuten vorher verschickt.
Wer nicht im Verteiler ist möge sich bitte per email (bund.butzbach@bund.net) melden. Gäste sind wie immer willkommen!

Sie möchten aktuelle Informationen über Termine, Aktivitäten usw. erhalten?

Gerne informieren (die Bezeichnung "newsletter" ist für eine unregelmäßig zugesandte email sicher übertrieben) wir Sie über Veranstaltungen, Aktivitäten und Aktionen auf lokaler Ebene per Email.

Sie müssen uns nur eine Email schicken und uns dies mitteilen.


Wenn Sie in Sachen (Bundes)Umwelt(politik) auf dem Laufenden bleiben wollen, empfehlen wir den newsletter unseres Bundesverbandes des BUND zu abonnieren.

Wenn Sie dagegen mehr an den hessischen Verhältnissen interessiert sind, bietet sich der newsletter des BUND Landesverbandes Hessen an.

Informationen aus dem Kreisverband Wetterau liefert dessen newsletter

Hier geht es zur Mitgliederzeitschrift des BUND, dem BUND-MAGAZIN und es gibt auch spezielle Infos für Hessen, die HESSENSEITEN

Sie wollen bei uns Mitglied werden? Den Antrag finden Sie hier


24.03.2021
BUND
                          Mitglied beim Müllsammeln

AG des BUND sammelt 150 Säcke Müll in 6 Monaten

Die offene BUND AG Biotopschutz & Clean Up/Zero Waste des Ortsverbands Butzbach hat seit September 2020 mehr als 150 Säcke weggeworfenen Müll an den Wegrändern beim Spazieren gehen und Joggen im Gebiet unterhalb des Griedeler Markwalds und Kleinbach gesammelt. So werden Wildtiere, wertvolle BödenGrundwasser, das Naherholungsgebiet am Griedeler Markwald und die Natur geschütztHecken sind Biotope und Rückzugsgebiete für Vögel -auch für Eulen, Falken, Bussarde- und viele andere Tierarten - wie Wildkatze und Haselmaus - die in unserer Kulturlandschaft leben.

Leider werden Feld-Wegränder, Streuobstwiesen und Wege durch die Schrebergärten seit Jahren zusehends mehr als Mülleimer benutzt - dies führt zur Vermüllung der für Tiere und Vögel wichtigen Lebensräume. Kaum ist die Fastfood-Burger-Schachtel und der Cola- oder Kaffee-Pappbecher mit Plastikdeckel und Plastikstrohhalm ohne Rücksicht auf den Weg oder sogar direkt in die nächste Wiese geworfen, fliegt dieser durch etwas Wind schon weiter in die nächste Hecke. Zudem gibt es auch viele illegale Müllablagen in den Hecken. Wir bedanken uns hier für die unkomplizierte Hilfe bei der Müllentsorgung durch den Bauhof. Zeitnah nach Meldung über den Mängelmelder auf der Website der Stadt Butzbach haben die Mitarbeiter des Bauhofs zahlreiche Müllablagen abgeholt.

Biotoppflege fängt heute mit Müllvermeidung und dem Aufsammeln von Müll von den Wegrändern an. Nicht nur die Hecken, Wiesen und Wald, sondern auch die Gewässer, wie der Kleinbach, werden von achtlos und auch absichtlich weggeworfenem Müll verschmutzt und die Ökologie dieser Biotope und Lebensräume dadurch gestört. 

Umweltbildung und die Förderung von Verständnis für Natur(schutz), sowie neue Konzepte für Abfallreduktion und Recycling sind in diesem Zusammenhang wichtige Themen für die Projektgruppe. Die offene AG des BUND OV Butzbach Biopschutz & Clean Up freut sich über Ihre Unterstützung. Am „Internationalen Clean Up Day“ am Samstag, den 18.09.21 planen wir Aktionen in Butzbach  - wir freuen uns sehr auf Mithilfe bei der Planung und Umsetzung. Mail: bund-butzbach@web.de, Tel: 06033-9723465 

BUND OV Butzbach, AG Biotopschutz & Clean Up/Zero Waste (Sarah Hölzel)


20.03.2021
Die nichtgehaltene Rede
Es war geplant, dass der Vorsitzende des BUND OV Butzbach am Treffpunkt der Fahrraddemo eine kleine Rede hält. Weil der Zug der Fahrradfahrer mit 45 Minuten Verspätung in Butzbach eingetroffen ist, ist es dann nicht mehr dazu gekommen. Deshalb hier die Rede zum Nachlesen.

Hallo Radfahrer:innen!

Ich gebe zu, ich stehe hier mit gemischten Gefühlen. Es fühlt sich schon ein bißchen komisch an, wenn ich - als Angehöriger einer Generation, die es verbockt hat – hier auf einer Demo, die von einer Bewegung der Jugend ausgeht, reden soll.

Trotzdem bin ich der Bitte gerne nachgekommen und habe mir überlegt, welche Botschaft ich hier an Euch weiter geben möchte.

Dazu ist mir viel eingefallen, denn so viele Entwicklungen in unserer Gesellschaft laufen in die falsche Richtung.

In Bezug auf den Kfz-Verkehr könnte ich jetzt über CO2-Ausstoß, Verschwendung von Rohstoffen, Flächenverbrauch, Lärm, Feinstaub, Interessen des Kapitals, Ausbeutung der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländer, usw. sprechen. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir uns aber eingestehen, dass wir das alles wissen.

Ich will deshalb die Gelegenheit nutzen und die Aufmerksamkeit einmal in eine andere Richtung lenken und kurz über die sozialen Folgen der Automobilen-Mobilität sprechen. Wir beklagen heute allenthalben, dass unsere Städte und Dörfer tot sind. Zu dieser Entwicklung hat ganz wesentlich das Auto beigetragen. Wer heute auf dem Dorf lebt und z. B. Brötchen braucht, der nimmt nicht die Einkaufstasche in die Hand und geht ein paar Schritte zum Bäcker. Nein, der setzt sich ins Auto und fährt los.

Die Fixierung auf das Auto hat dazu geführt, dass sich das gesamte Leben auf das Kfz ausgerichtet hat: Wohnung, Arbeit, Schule, Einkaufen und soziales Leben wurden komplett entkoppelt.

Da die beiläufige Begegnung im Alltag - der Gruß, ein paar freundliche Worte, der Austausch von Neuigkeiten - nicht mehr stattfindet, wenn wir erst einmal in der Blechbüchse sitzen, stirbt der soziale Zusammenhalt vor Ort.

Die Leidtragenden sind vor allem die, die nicht selbst Auto fahren können und die, die Risiken des Kfz-Verkehrs nicht mehr wahrnehmen können oder noch nicht einschätzen können: Kinder, Behinderte, Alte.

Im Moment wird das Thema Verkehr vor allem mit Blick auf die Umwelt diskutiert. Ich bin der Meinung, dass die Diskussion viel weiter gehen muss. Es muss endlich auch über die sozialen Folgen der Automobilen-Mobilität gesprochen werden. Wer glaubt, dass mit dem Austausch der Antriebsform die Probleme die der Verkehr verursacht gelöst werden, irrt. Elektromobilität kann nur eine Teil- und Zwischenlösung sein. Was wir brauchen ist eine Mobilität, die auf die Umwelt und die Gesellschaft Rücksicht nimmt.

Der BUND hat dies erkannt. Seit einiger Zeit wird im Verband in einer Schreibwerkstatt über den notwendigen ökologisch-sozialen Umbau der Gesellschaft diskutiert und Thesenpapiere hierzu entwickelt. Eine notwendige Diskussion, die gerade erst am Anfang steht.

Heute sind wir hier, um für eine Verkehrswende zu demonstrieren, die diesen Namen auch verdient.

  • Wir wollen zeigen, dass es auch möglich ist, anders als mit dem Auto mobil zu sein!

  • Wir fordern Gleichberechtigung für Fußgänger, Radfahrer, Mobilitätseingeschränkte!

  • Wir wollen, dass dem Auto Verkehrsraum weg genommen wird, damit auch andere sicher mobil sein können!

Wie ich schon gesagt habe, ist zu Klimaschutz und Verkehrswende alles bereits vielfach gesagt und geschrieben worden – es ist jetzt an der Zeit endlich etwas zu tun. Schluss mit den leeren Phrasen aus dem Mund von Politikern!


07.03.2021
Fahrraddemo für die Verkehrswende
Plakat zur Fahrraddemo am 19.03.2021

Globaler Klimastreik am 19.03. - Fahrraddemo von Friedberg nach Gießen - Abfahrt 11:30 Uhr Bahnhof Butzbach

Der BUND OV Butzbach ruft dazu auf, den von Fridays for future ausgerufenen globalen Klimastreik am 19.03.2021 zu unterstützen und sich an diesem Tag für eine andere Verkehrspolitik einzusetzen. Eine Verkehrspolitik, die die Interessen von Fußgängern, Menschen mit Einschränkungen, Fahrradfahrern, ÖPNV-Nutzern in den Vordergrund stellt und nicht die der Autoindustrie.

Für Freitag, den 19.03.2021, rufen die Freunde von Fridays for future zur Fahrradsternfahrt nach Gießen auf. Der in Friedberg startende Fahrrad-Konvoi wird gegen 11:30 Uhr in Butzbach am Bahnhof eintreffen. Von Butzbach aus geht es dann im Verband auf Straßen über Linden nach Gießen, wo um 13:30 Uhr am Tegut eine erste Kundgebung stattfindet. Anschließend geht die Fahrt über den Gießener Autobahnring zum Berliner Platz wo ab 15:30 Uhr die Abschlusskundgebung stattfindet.

Der BUND OV Butzbach hofft, dass sich so viele Fahrradfahrer dem Demonstrationszug anschließen, dass der Zug über die B3 und bei Gießen über den Autobahnring geführt wird. Nur so kann der Forderung nach einer wirklichen Verkehrswende deutlich Nachdruck verliehen werden.

Wildkatzenmonitoring
Die Butzbacher Wildkatze hat es mal wieder in die Medien geschafft - z. B. bei der Hessenschau
Grundlage der Berichterstattung ist die Pressemitteilung des BUND

10.12.2020
Auch wenn die Baumhäuser geräumt sind:
Der Kampf für die Verkehrswende geht weiter!
Plakat mit Bildern der
                                    Baumhäuser der Trassenbesetzer auf
                                    der A49

Auszug aus dem newsletter vom 10.12.2020 des BUND-Bundesverbandes:
Die letzten Wochen waren bewegend, die Proteste vielfältig, die Unterstützung überwältigend. Eine Viertelmillion Menschen hat Bundesverkehrsminister Scheuer und dem hessischen Verkehrsminister Al-Wazir eine E-Mail geschrieben: für den Erhalt des Dannenröder Waldes und eine klimagerechte Verkehrspolitik. Tausende sind zu einer der Demos direkt vor Ort gekommen, haben die Proteste in die Städte getragen und – wie auch wir – bis zuletzt gewaltfrei gegen die Rodung gekämpft. Es ist gut zu wissen, dass das Engagement für die dringend notwendige Verkehrswende auf einer so breiten Basis fußt. Danke an jede und jeden Einzelne*n, danke an alle!


Dass die Rodungen nun ohne Rücksicht auf Verluste, innerhalb kürzester Zeit und unter massivem Polizeieinsatz durchgezogen worden sind, hinterlässt eine gewaltige Lücke. Dort, wo vor wenigen Wochen noch alte, mächtige Bäume einen gesunden Mischwald bildeten. Aber auch eine Lücke im Vertrauen auf eine Politik, die eine 40 Jahre alte Straßenplanung durchsetzt, während sie sich in Sonntagsreden auf Klimaschutz und die Verkehrswende beruft.

"Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch": Wir werden weiter gegen den Bau der A49 kämpfen – und wir werden weiter gegen den Bau unsinniger neuer Autobahnen und Bundesstraßen kämpfen. Denn in ganz Deutschland werden dutzende solcher Neubauprojekte vorangetrieben. Die Planung im aktuellen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) sieht allein 850 Kilometer neue Autobahnen bis 2030 vor. Dabei müsste vor allem in Verbesserung und Ausbau des Schienennetzes und des öffentlichen Personennahverkehrs mit modernen, sauberen Bussen und Bahnen investiert werden.

Wir fordern ein Moratorium für die Planung und den Bau neuer Autobahnen und Bundes­straßen. Bund und Länder müssen umdenken und ihre gesamte Infrastrukturplanung an den eigenen verpflichtenden Klima- und Naturschutzzielen ausrichten. Bereits im nächsten Jahr haben sie die Gelegenheit dazu. Denn mit der Aufstellung des Bedarfsplans zum BVWP 2030 kommen alle Projekte auf den Prüfstand. Das ist die Gelegenheit, endlich die Weichen in Richtung Mobilitätswende zu stellen!

29.11.2020
Reptilienschutz: Lesesteinhaufen angelegt
Die letzten Oktobertage vor dem neuerlichen Shutdown haben Aktive des BUND OV Butzbach genutzt, um am Rande der von Ihnen betreuten Obstwiese bei Butzbach Hoch-Weisel einen Lesesteinhaufen anzulegen. Der Ostheimer Ostheimer Botho von zur Mühlen, der die Steine spendete und trotz des schlammigen Untergrundes mit Zugmaschine und Anhänger vor Ort brachte, unterstützte die Naturschützer tatkräftig. Auch Joachim Höller, über den BUND hinaus vielen von seinem Engagement beim Wildkatzenmonitoring her bekannt, half mit Rat und Tat. Die Aktiven hoffen, mit dem Steinhaufen den Lebensraum für die dort beobachteten Eidechsen und Blindschleichen attraktiver gestaltet zu haben. Steinhaufen sind vor allem für wechselwarme Tiere wichtig, da sich diese auf den der Sonne ausgesetzten Seinen aufwärmen können und beim Auftauchen von Fressfeinden in den Spalten zwischen den Steinen schnell Deckung finden.
aufgeschichteter Steinhaufen

09.11.2020
Erkenntnis aus dem Ausbau des Weg zur Grillhütte Hoch-Weisel:
Wer Straßen baut erntet Verkehr
Die Stadt Butzbach hat den Weg aus der Ortslage Hoch-Weisel (beginnend am Ende der Straße "Zum Hausbergturm") in Richtung Grillhütte Hoch-Weisel straßenähnlich ausbauen lassen.
Frisch asphaltierter Weg zur Grillhütte
                  Hoch-Weisel
Es hat nicht einmal einen Woche gedauert, bis sich die leicht vorhersehbare Konsequenz eingestellt hat: die Straße wird benutzt, die Wiesen werden zum Autoparkplatz. Am Sonntag (08.11.) wurden zeitweilig 18 Autos auf der Wiese am Ende der Straße abgestellt!
zugeparkte Wiese am Ende des frisch asphaltierten
                  Weges

09.11.2020
Bebauungsplan "Am Nollweg" Butzbach-Bodenrod
Der BUND OV Butzbach hatte im Namen und Auftrag der nach § 3 Umweltrechtsbehelfsgesetz im Wetteraukreis anerkannten Verbände zum Entwurf des Bebauungsplans "Am Nollweg" (leider nicht mehr online verfügbar) Stellung genommen. In der Butzbacher Zeitung war nun zu lesen, dass der Bauausschuss sich mit unseren Einwänden beschäftigt hat. U. a. hatten wir gefordert, dass das Gebot mit Grund und Boden sparsam umzugehen (§1a BauGB) beachtet wird, der Bedarf begründet wird und wenn sich ein Bedarf herausstellen sollte, die Flächen so effektiv als möglich genutzt werden (z. B. durch Doppelhausbebauung). Im Bericht der Butzbacher Zeitung (BZ vom 02.11.2020 - "Wohnbebauung "Am Nollweg" in Bodenrod befürwortet") zur Sitzung des Bauausschusses heißt es nun, dass sich freistehende Einfamilienhäuser besser vermarkten lassen und die Planung deshalb diesen den Vorzug gibt. Anscheinend sind die Butzbacher Gremien bereit, gesetzliche Vorgaben geflissentlich zu übergehen, wenn es um die wirtschaftlichen Interessen eines Investors geht.

09.11.2020
Wälder sind kein Funpark für Mountainbiker
Heimatverein Hoch-Weisel, NABU Butzbach und BUND OV Butzbach haben in einem gemeinsamen Leserbrief an die Butzbacher Zeitung (dort abgedruckt in der Samstagsausgabe vom 07.11.2020) Stellung genommen:

Die Wälder ringsum Butzbach sind gerade jetzt in der Zeit der Pandemie für viele Menschen ein attraktiver Erholungs- und Freizeitraum. Wer dort wandert oder joggt stellt in der Regel kein Problem für Flora und Fauna dar. Auch verantwortungsbewusstes Fahrradfahren auf Wegen, auf denen sich Fußgänger und Radfahrer gefahrlos begegnen können, ist nicht zu beanstanden. Leider bleibt es in den Wäldern rings um Butzbach aber nicht dabei, was ja auch schon in Leserbriefen in der Butzbacher Zeitung zum Ausdruck gebracht wurde.

Ein Problem stellt das „wilde“ mountainbiken abseits von Wegen dar. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Begegnungen zwischen Wanderern, Reitern und Downhillfahrern. Nicht nur das: auch die ohnehin durch die dreijährige Trockenheit gestresste Natur wird in Mitleidenschaft gezogen, das FFH-Gebiet am Hausberg belastet und Kulturdenkmäler wie der Limes und die Ringwälle am Hausberg und Brühler Berg in Hoch-Weisel werden beschädigt.

Das Argument, dass doch nur ein ganz schmaler "Trail" genutzt wird, greift nicht. Denn durch den Lärm der bergab rasenden Radfahrer und die in der Dunkelheit verwendeten Scheinwerfer werden Tiere aufgeschreckt und aus ihren Revieren vertrieben. Eine Kontrolle der Bestände im Rahmen der verantwortungsvollen Ausübung der Jagd wird deutlich erschwert. In der Folge kommt es zu Verbiss in den Naturverjüngungen. Die Kahlflächen, die durch den Käferbefall entstanden sind und mit Hilfe der Naturverjüngung geschlossen werden sollen, werden in der Folge offen bleiben.

Wenn sich ein "Trail" erst einmal etabliert hat und vom Waldbesitzer geduldet wird, stellt sich die Frage der Verkehrssicherungspflicht. Totholz, das die Mountainbiker gefährden könnte, muss entfernt werden, um im Falle eines Falles nicht in Regress genommen zu werden. Damit verschwinden dann in einem breiten Streifen links und rechts der "Trails" aber auch Spechthöhlen, Fledermausquartiere usw..
Wenn vor dem Spaß der rasenden Abfahrt eine entsprechende körperliche Anstrengung bei der Fahrt bergauf stehen würde, wäre das Problem vermutlich keines. Durch die zunehmende Verbreitung von Moutainbikes mit Elektromotor ist dieser körperlich anspruchsvolle Aspekt verloren gegangen. Das Argument, dass ein E-Moutainbike erst dann richtig Spaß macht, wenn es auch entsprechend genutzt wird, kann nicht dafür herhalten, Tiere zu verscheuchen, Lebensräume direkt und indirekt zu zerstören und Kulturdenkmäler zu ruinieren.

Durch Butzbach geistert zur Zeit das Gerücht, dass es Überlegungen gibt, die "Trails" zu legalisieren. BUND und NABU sprechen sich entschieden dagegen aus. Die Einrichtung vom "Trails" hat z.B. im Wintersteingebiet die Situation keineswegs entschärft. Nach wie vor werden dort auch illegal angelegte "Trails" befahren und es kommt immer wieder zu unangenehmen Begegnungen zwischen Spaziergängern und Mountainbikefahrern.

Mag sein, dass es mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl opportun erscheint, potentielle Wähler nicht zu vergraulen und diesen entgegen zu kommen. Die Butzbacher Parteien und die Verantwortlichen im Magistrat sollten aber sorgsam darüber nachdenken, ob dies wirklich angebracht ist. Auf jeden Fall ist das Thema zu groß, um es still und heimlich ohne Beteiligung der Öffentlichkeit einer Lösung auf dem kleinen Dienstweg zuzuführen.

Die Position des BUND LV Hessen zum Thema wurde unter dem Titel "Der Wald ist für alle da, aber nicht für alles" veröffentlicht. Zu dem Freizeitkonflikt im hessischen Wald gibt es außerdem eine Präsentation von Rolf Strojec: "Verbändevereinbarung oder Verwaltungsverfahren: Zur Zukunft des Freizeitkonflikts im hessischen Wald"


17.10.2020
B3a - ein unsinniges Verkehrsprojekt bei Butzbach

Schild B3a durchgestrichen

In den letzten Jahren war es still geworden um die B3a, ein verkehrspolitischer Dinosaurier aus den 1970er Jahren, der auf Grund von politischen Seilschaften zwischen Kommunal- und Bundespolitik, im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 wiederbelebt und als dringender Bedarf eingestuft wurde. Im alten Plan war das Projekt unter "ferner liefen" geführt worden.

Der BUND OV Butzbach hatte eine ausführliche Stellungnahme zu dem Projekt im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zum BVWP 2030 abgegeben.

Umso überraschter waren wir von der Meldung in der Butzbacher Zeitung, dass die Planung für diese Straße nun beginnt. Es ist nun an uns, dieser unsinnigen Planung den gebührenden Widerstand entgegenzusetzen. Anstatt Geld für die Planung zu verschwenden, wäre es an der Zeit, die Verkehrswende endlich konsequent anzugehen, den Auto- und LKW-Verkehr zurückzudrängen und den Ausstieg aus der automobilen Gesellschaft einzuleiten. Ein erster Schritt wäre es, die nach fünf Jahren (das wäre 2021) ohnehin vorgesehene Überprüfung des laufenden Bundesverkehrswegeplans vorzunehmen und die darin enthaltene Projekte auf ihre Sinnhaftigkeit vor dem Hintergrund der zwingend erforderlichen Verkehrswende zu überprüfen.

Bislang wird der Widerstand gegen die Planung von der BI  "Butzbach bewahren - keine B3a!" getragen. Unabhängig davon sollten alle, die gegen dieses Projekt sind, ihren Standpunkt in Leserbriefen, Schreiben an Politiker, bei Wahlkampfveranstaltungen und allen sonst passenden Gelegenheiten sehr deutlich zum Ausdruck bringen.

05.10.2020
Verstöße gegen Bebauungsplan sollen "geheilt" werden
Bei einer Begehung des Ortsbeirates war festgestellt worden, dass im Neubaugebiet "Wohnen am Limes" von vielen Hausbesitzern bei der Anlage der Grundstücke gegen Festsetzungen im Bebauungsplan verstoßen wurde, die zum Ziel haben wenigstens ein bißchen Natur im Neubaugebiet zu zulassen. U. a. wurde festgestellt, dass etliche Gärten entgegen der Vorgaben als "Steinwüste" angelegt wurden. Wer nun erwartet, dass die Stadt handelt, die Eigentümer abmahnt und in allen anderen Neubaugebieten eine Überprüfung vornimmt, sieht sich getäuscht: eine Mehrheit von SPD, CDU und FDP wollen die Verstöße durch eine Bebauungsplanänderung "heilen", was nichts anderes heißt, als diese nachträglich abzusegnen (BZ, 08.10.2020). Es ist ganz offensichtlich, dass die Passage "Butzbach - Grün im Grünen" im Leitbild der Stadt Butzbach das Papier nicht wert ist, auf dem es geschrieben steht.
22.03.2019
Leitbild wird nicht gelebt
Die Stadt Butzbach hat sich ein Leitbild gegeben. Im Punkt 5 "Butzbach, Grün im Grünen" verspricht die Stadt,
  • den Flächenverbrauch zu begrenzen, die forst- und landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft zu schützen
  • den Klimaschutz voranzutreiben
  • den Einsatz erneuerbarer Energien voranzutreiben
  • Grünbereiche mit hoher Aufenthaltsqualität zu sichern, anzulegen und aufzuwerten
  • Natur in den Hausgärten zu sträken
  • Natur und Umwelt zu schützen
Praktische Konsequenzen hat dies indessen nicht. Es werden weiterhin landwirtschaftliche Flächen für Neubaugebiete ausgewiesen obwohl es eine Untersuchung zu Leerstand, Baulücken, zu Wohnzwecken umbaubare Gebäude usw. gibt. Die seit der Verabschiedung des Leitbildes vorgelegten Bebauungspläne (Butzbach-Nieder-Weisel, Engelsberg-Nordwest, Degerfeld-Nördlich Haydnstraße und Butzbach-Griedel, Südlich der Hochstraße) unterscheiden sich in keinster Weise von den früher vorgelegten Bebauungsplänen. Zusätzliche Maßnahmen zu den oben genannten Punkten findet man darin nicht.

29.06.2018
Stellungnahme zum Leitbildprozess der Stadt Butzbach

Der BUND OV Butzbach hat eine Stellungnahme zum Entwurf des Leitbildes für die Stadt Butzbach abgegeben.

Kontakt Datenschutz Impressum